Lesung und Diskussion

JournalistInnen und SchriftstellerInnen im Exil

JournalistInnen und SchriftstellerInnen im Exil

Die Türkei gehört zu den Ländern mit den meisten inhaftierten JournalistInnen weltweit. Vor allem nach dem Putschversuch im Juli 2016 wurden hunderte JournalistInnen verhaftet, regierungskritische Medien geschlossen und nahezu tausend Presseausweise annulliert, ausländischen JournalistInnen wurde die Akkreditierung verweigert oder die Einreise verwehrt. Doch immer wieder propagieren Präsident Erdogan sowie regierungsnahe AkademikerInnen, JournalistInnen, Prominente und SchriftstellerInnen, dass die Medien nirgendwo auf der Welt freier seien als in der Türkei. Dabei liegt die Türkei auf Platz 155 der Rangliste zur Pressefreiheit und diffamiert öffentliche Personen, welche häufig von FanatikerInnen des Erdogan Regimes attackiert und gelyncht werden. Erdogan und sein Regime machen JournalistInnen und SchriftstellerInnen zur Zielscheibe und schaffen die Pressefreiheit strategisch ab.

In Deutschland richtet sich die Aufmerksamkeit auf einige wenige prominente Fälle, wie zum Beispiel auf Deniz Yücel oder Can Dündar, den ehemaligen Chefredakteur der Tageszeitung Cumhuriyet. Doch es gibt noch hunderte, die ein derartiges Schicksal teilen. Im Rahmen des diesjährigen Ruhr International möchten wir auf das Schicksal einige dieser türkischen JournalistInnen und SchriftstellerInnen hinweisen und unsere Solidarität für alle inhaftierten AkademikerInnen, JournalistInnen, PolitikerInnen und SchriftstellerInnen bekunden. Auch sie haben nichts anderes getan als ihren Job.

Gerade wir hier in Deutschland kennen aus der eigenen Geschichte die ungeheuerlichen Folgen von derartigen Repressalien. Die Epoche des Nationalsozialismus hat gezeigt, was geschehen kann, wenn die Presse der Macht einer Regierung untergestellt wird, für deren Ideologien missbraucht und auf diese Weise ein Mittel zur Manipulation eines ganzen Volkes wird. Dass in Deutschland Pressefreiheit herrscht, ist für die meisten BürgerInnen und PolitikerInnen eine Selbstverständlichkeit. Dieses Selbstverständnis sollte überall auf der Welt gelten. Nur mit der Meinungs- und Pressefreiheit hat in einem Land die Demokratie ihre Gültigkeit. Die Meinungs- und Pressefreiheit ist ein globales Menschenrecht und darf keinem Menschen vorenthalten werden.

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